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Vogelsberggarten: Umsetzung Letzte Fördermittel aus dem EU-5b-Programm erhalten Startschuss für den Bau des "Vogelsberggarten" gefallen ULRICHSTEIN (dg). - Buchstäblich in letzter Minute erfolgte dieser Tage der Start für die Umsetzung des "Vogelsberggarten" in Hessens höchst gelegener Stadt. In diesem Schaugarten der besonderen Art, sowohl vegetationskundlich als auch kulturhistorisch, fließen EU-Gelder, so genannte 5b-Mittel in Höhe von 112.000 DM aus dem 2. Förderzeitraum, der Ende Dezember 1999 im Vogelsberg auslief.

Planausschnitt Vogelsberggarten.
"Die umfassende und fachkompetent erarbeitete Konzeption ist als eine wichtige Grundlage des Gesamtprojektes zu werten", meinte Margit Wagner vom Amt für Regionalentwicklung, Landschaftspflege und Landwirtschaft (ARLL) Vogelsberg in der vergangenen Woche bei der Überreichung des Bewilligungsbescheids an Ernst Happel, den Geschäftsführer des Naturpark "Hoher Vogelsberg" und Bürgermeister Erwin Horst. Der geplante Schaugarten habe regionale und überregionale Bedeutung im Sinne einer ökologiegerechten Landnutzung zur Erhaltung der typischen Kulturlandschaft und Sicherung eines leistungsfähigen Naturhaushaltes. Diese Zielsetzung wird nach Aussage der stellvertretenden ARLL-Leiterin durch die geplanten Elemente der Gesamtlage unterstrichen. So zum Beispiel durch Pflanzengesellschaften, die typisch sind für die Vogelsberger Kulturlandschaft, Beweidung von Flächen mit alten Nutztierrassen der Region oder die Präsentation eines typischen Bauern- und Kräutergarten. Besonders wichtig sei die Vernetzung des Projektes mit dem "Museum im Vorwerk" und die Einbringung in den Lernort Naturpark "Hoher Vogelsberg" mit dem neu eingerichteten Naturschutzinformationszentrum Hoherodskopf sowie mit der pädagogisch wertvollen Lernmappe für Kinder und Jugendliche.
"Somit ist der Vogelsberggarten auch touristisch relevant bis hin zu Zielgruppen mit speziell wissenschaftlichen Interessen", betonte Margit Wagner. Zur nachhaltigen Entwicklung der Schaugartenanlage werde es ein Aufgabenschwerpunkt sein, die Bausteine Marketing, wissenschaftliche Begleitung und die Bürgerbeteiligung zur Sicherstellung der Pflege- und Unterhaltungsmaßnahmen zu koordinieren. Die Gründung eines Trägervereins sei ein erster und wichtiger Schritt für die anstehenden Aufgaben, meinte Margit Wagner abschließend.
Die Idee der Einrichtung eines Schaugartens sei bereits im Jahre 1987 entstanden, sagte Ernst Happel in seinen Ausführungen. Zwei Jahre später sei dieser Vorschlag in die Agrarstrukturelle Vorplanung Hoher Vogelsberg eingegangen und man habe mit der Suche nach einem geeigneten Standort begonnen. 1992 sei mit Zustimmung der Stadt Ulrichstein der Schlossberg ausgewählt worden und vier Jahre später wurde eine Diplomarbeit mit dem Ziel vergeben, die Eignung des Geländes für dieses Vorhaben zu untersuchen. Nach Beantragung und Genehmigung von Fördermitteln, begannen die umfangreichen Bestandserhebungen und 1998 wurde die Planung der Bevölkerung vorgestellt, denn die Identifikation der Bürger mit dem Vogelsberggarten gewährleiste auch eine Sicherstellung der Pflege- und Unterhaltsmaßnahmen. Hier sollten Partnerschaften bei der Sicherstellung der Unterbringung der Tiere im Winter entstehen und auch die Führungen durch den Garten sollten durch ehrenamtliche Kräfte erfolgen.
Bürgermeister Erwin Horst zeigte sich erfreut über die Genehmigung der letzten Fördermittel und meinte: "Jetzt können wir loslegen!" Die Stadt Ulrichstein habe bereits über 40.000 Mark an Eigenmitteln in dieses Projekt investiert und bis zum Frühjahr müsste das Problem mit der Beweidung geklärt sein. Zudem müsse jetzt schnellstens der Förderverein aufgebaut werden.
Text Dieter Graulich in Schlitzer Bote vom 21. Januar 2000
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