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Offizieller Baubeginn im Vogelsberggarten
ULRICHSTEIN (dg). - In der vergangenen Woche war es nun endlich so weit: Bei strömendem Regen erfolgte auf dem Ulrichsteiner Schlossberg der offizielle Baubeginn des "Vogelsberggartens". Bürgermeister Erwin Horst, Rudolf Heuchert-Frischmuth, Geschäftsführer des Naturpark "Hoher Vogelsberg", und dessen Vorgänger Ernst Happel, der "Vater des Vogelsberggartens", vollzogen den obligatorischen ersten Spatenstich. In Anbetracht des sehr steinigen Bodens auf dem Ulrichsteiner Wahrzeichen, bedienten sie sich allerdings eines kleinen Baggers der für das Projekt verantwortlichen Schottener Landschafts- und Gartenbaufirma Koch, um das erste, zehn mal vier Meter große Beet für den zukünftigen Kräutergarten anzulegen.

Bild: Erster "Spatenstich" im Vogelsberggarten.
Bei einem anschließenden Gespräch im Rathaus erläuterte Ernst Happel die Gestaltung und Nutzung des rund 300.000 Mark teueren Projektes. So solle in erster Linie ein für die Region typischer Garten entstehen, in dem Pflanzenarten und -gemeinschaften angebaut werden sollen, die typisch für die Vogelsberger Kulturlandschaft seien. Die Beweidung der Flächen soll mit alten Nutztierrassen, wie dem Vogelsberger Rind, Ziegen und heimischen Schafrassen erfolgen. Für die Beweidung haben sich bereits vier Landwirte gefunden, die Tiere dafür im Winter in Pflege sowie die Betreuung während der Weidezeit übernehmen.
Außerdem sollen ein typischer Bauerngarten und in Anlehnung an die Burganlage ein Kräutergarten entstehen. Zum Kräutergarten betonte Happel, dass mit dem Schildampfer und dem Wermuth noch zwei Arten des ehemaligen Kräutergartens auf dem Schlossberg erhalten seien: "Es grenzt schon an ein Wunder, dass sich diese, eigentlich nur in wärmeren Gefilden beheimatete Arten, hier erhalten haben".
Zu den bereits vorhandenen Rundwegen sollen weitere Rundwege entstehen und zudem soll eine Verknüpfung des Projektes mit dem "Museum im Vorwerk" erfolgen. Die dort ausgestellten Exponate seien eine ideale Ergänzung für das Lernfeld "Ländliches Kulturgut" meinte Horst. Rudolf Frischmuth wies darauf hin, dass der Vogelsbergarten auch in das Projekt "Lernort Naturpark Hoher Vogelsberg" eingegliedert werde und die ausgebildeten Naturparkführer für Begehungen zur Verfügung stünden.
Bürgermeister Horst wies bei dem Gespräch auf die hohe Bürgerbeteiligung hin, die für den Vogelsberggarten unumgänglich sei. Neben der bereits erwähnten Unterstellung der Tiere im Winter, solle eine ordnungsgemäße Pflege sämtlicher Anlagen durch zum Teil feste Arbeitskräfte und aber auch durch ehrenamtliche interessierte Bürger erfolgen. Um dies langfristig zu gewährleisten, werde in Kürze ein "Förderverein" gegründet.
Abschließend wies Rudolf Heuchert-Frischmuth daraufhin, dass der "Vogelsberggarten" kein "belehrender Lehrgarten", sondern im Zusammenhang mit dem "Museum im Vorwerk" ein allgemein verständliches Projekt zur Ankurbelung des Tourismus und Fremdenverkehrs im Vogelsberg werden soll: "Besonders für die Schulen wird es ein lohnendes Projekt zur Ergänzung des Unterrichtes werden!" Die Arbeiten sollen bis zum 15. November beendet sein, war von Horst und Happel zu hören.
Text/Bild Dieter Graulich in Schlitzer Bote vom 25. September 2001
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