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Es gibt viel zu berichten über die Ruinen der alten Burg auf dem Schlossberg Ulrichstein.

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Schlossberg Ulrichstein: Die Sage

Es war einmal vor langer, langer Zeit, da war ein Junge unterwegs, die ihm anvertrauten Ziegen zu hüten. Sein Name war Ulrich Mull. Irgendwo im weiten Wiesengrund sah er eine Schlange, die unter einem Fels eingeklemmt war. Er befreite sie, war aber heftig erschrocken, gruselte sich unheimlich und bekam eine kribbelige Gänsehaut, als ihm die Natter den Arm hinauf, über die Schulter und durchs Haar kroch. Doch dann war das schlängelnde Etwas verschwunden.

  

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Bild: Der Mullstaa - an dem das Wunder mit der Schlange geschah.

  

Am Abend bei der Mutter geschah aber dann doch noch ein Hauch von einem Wunder. Im sparsamen Licht des knisternden Kienspans leuchtete das Haar des kleinen Ulrich wie pures Gold; und es war Gold geworden: Wenn man es abschnitt, wuchs es nach und wenn man das Gold ausgegeben hatte, dann schnitt man eben erneut Haare ab.

Der Hirtenjunge verwaltete seinen Schatz sorgsam und baute auf dem Berg die Burg am Schlossberg und darum herum Häuser, Ställe und Scheuern. Ort und Schloss nannte man danach "Mullstaa". Im Volksmund hat sich dieser Name nach wie vor erhalten, wenn viele auch heute etwas vornehmer von Ulrichstein reden.

  

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Bild: Der Aussichtsturm auf dem Schlossberg Ulrichstein.

  

Für den Namen Mullstaa oder Mollestein, der in Urkunden des 15. und 16. Jahrhunderts öfters vorkommt, hat man immer wieder nach Erklärungen gesucht. Ein Pfarrer leitete die Bezeichnung gar vom mittehochdeutschen "mol" für Molch oder Eidechse ab und meinte, es müsse sich um einen trockenen Bergrücken gehandelt haben, an dem diese Tiere oft vorkamen. Andere sehen einen Zusammenhang mit Heidelbeeren, die im Volksmund auch Mollebeeren genannt werden. Karl Maurer, der ehemalige Leiter des Lauterbacher Hohhausmuseums, hat wohl die richtige Erklärung: Das Schloss wurde nach 1200 während der Stauferzeit durch den Reichsministerialen Ulrich von Münzenberg aus der Wetterau gebaut. Die Anlage selbst, ihr rechteckiger Grundriss, deutet auf eine der damals üblichen Ministerialburgen hin. Ulrich von Münzenberg starb 1255. Seine Erben waren die Herren von Breuberg und in Verbindung mit diesen taucht 1279 in einer Urkunde erstmals der Name Ulrichstein auf.

Die Sage mit dem Hirtenjungen lässt hier Verbindungen ahnen, denn sie endet: "Ulrich Mull war nicht nur reich, sondern auch weise und rechtschaffen, ein Vater der Armen und eine Stütze der Bedrängten. Er ward von jedem geehrt und wurde ein mächtiger Graf, der weit und breit angesehen, von den Seinen geliebt und von den Feinden gefürchtet war. Seinen Nachkommen hinterließ er viele Reichtümer, und sie herrschten viele Jahre auf der von ihm erbauten Burg, bis im Laufe der Zeiten die Familie ausstarb."

 


Siehe hierzu auch: Karl Maurer: Ulrichstein, Lauterbacher Sammlungen Nr. 50 - 1969

 

 

 

 

DIE BURGRUINE:

 

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Die Sage

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