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Zum Klima
Die klimatischen Gegebenheiten des Hohen Vogelsberges prägen nicht allein die Vegetation und Flora des Gebietes, sondern sind ebenso für die Land- und Forstwirtschaft und den Tourismus von Bedeutung. Das herrschende ReizkIima mit sauberer Luft, gutem Luftaustausch und fehlender Hitze beziehungsweise Schwüle qualifiziert Ulrichstein als Erholungsort.
Das Klima der Stadt und ihres Schlossberges ist entsprechend der montanen Lage des Geländes in Höhen um 600 m Höhe als kühl zu charakterisieren. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 6,6 °C und liegt damit erheblich niedriger als beispielsweise im Gießener Becken, wo im Jahresmittel um 8,5 °C gemessen werden. Eine Tagesmitteltemperatur von mindestens 10 °C wird im langjährigen Durchschnitt vom 13. Mai bis 26. September erreicht (Gießen 22. April bis 6. Oktober). Dem entsprechend ist die Vegetationsperiode (Zeitraum von Tagesmitteltemperaturen über 5 °C) im Gebiet relativ kurz, sie umfasst durchschnittlich nicht mehr als 210 Tage (Gießener Lahntal 237 Tage). Kältester Monat ist der Januar mit einer Durchschnittstemperatur von -2,1 °C, wärmster der Juli mit 15,4 °C; als absolut tiefste Temperatur wurde -25 °C gemessen. Die durchschnittliche Zahl der Sommertage pro Jahr (Maximum mindestens 25 °C) beträgt 14, Temperaturen von mindestens 30 °C werden im Mittel an einem Tag, pro Jahr erreicht. Die Frostperiode ist im Hohen Vogelsberg mit rund 120 Tagen im Jahr um ein Viertel länger als in den Niederungen Mittelhessens (Gießen: 90 Tage).

Bild: Blick vom Schlossberg in Richtung Oberwald.
Am Westabhang des Vogelsbergmassivs werden die überwiegend von Westen herangetriebenen Luftmassen zum Aufsteigen veranlasst, dadurch kommt es in den Hochlagen zur Wolkenbildung und zu häufigen Niederschlägen (Stauregen), die wesentlich höhere Summen erreichen als in den tiefer gelegenen Gebieten. So beträgt der mittlere Jahresniederschlag in Ulrichstein 1069 mm, während der vergleichbare Wert in Gießen um 600 mm liegt.
Niederschlagsreichster Monat ist mit 103 mm der Juli, im März, dem gewöhnlich trockensten Monat, fallen durchschnittlich 68 mm Regen. Die Lage des Gebietes auf den Höhen des Vogelsberges drückt sich klimatisch außerdem durch das Auftreten von Hoch- und WoIkennebeI an mehr als 100 Tagen im Jahr aus; dem entsprechend ist die mittlere Zahl heiterer Tage mit jährlich 36 sehr gering, die durchschnittliche Zahl der trüben Tage mit durchschnittlich 175 sehr hoch.
Auf der Grundlage phänologischer Erhebungen wird das Klima des Planungsgebietes als "ziemlich kühl" charakterisiert. Da sich das Gelände in exponierter Lage befindet, fließt in Strahlungsnächten die Kaltluft rasch ab, so dass die Gefahr von Spätfrösten in der Vegetationsperiode sehr gering ist.
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