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Vogelsberggarten: Thema Goldhaferwiese (mit Erläuterungstafel)
In der Landwirtschaft des Hohen Vogelsbergs hat seit jeher die Viehhaltung größte Bedeutung. Für die Fütterung der Rinder, Schafe und Ziegen wurde früher im Winter fast ausschließlich Wiesenheu verwendet. Gemäht wurde damals mit der Sense. Nachdem man die Gräser und Kräuter in der Sonne getrocknet hatte, wurde das Heu zur Aufbewahrung in Scheunen eingefahren.

Bild: Blumenreiche Goldhaferwiese am Schlossberg.
Wiesenheu war früher knapp und wertvoll. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurden im Vogelsberg nur wenige Wiesen gedüngt; die Pflanzen wuchsen daher nicht gerade üppig. Doch führte diese Art der Heunutzung zur Entstehung der artenreichsten und buntesten Pflanzenbestände des Vogelsbergs. Die meisten Heuwiesen wurden zweimal im Jahr gemäht. Im Hohen Vogelsberg werden die Wiesen wegen der kurzen Vegetationszeit jedoch nur einmal im Jahr, erst Anfang Juli gemäht.

Bild: Goldhaferwiese - von Hecken eingegrenzt.
Vorherrschender Wiesentyp in den Hochlagen des Vogelsbergs war die Goldhafer-Wiese. Sie findet sich oberhalb von 400 bis 500 Metern. Im Mai und Juni entwickelt sie ein buntes Blumenmeer, in dem die violett-blauen Blüten des Wald-Storchschnabels, die rosa Blütenkolben des Wiesen-Knöterichs, die schwarz-blauen Blütenköpfe der Schwarzen Teufelskralle und die gelben Blumen der Trollblume besonders auffallen.

Bild: Blumenreiche Goldhaferwiese am Schlossberg.
In den zurück liegenden 50 Jahren sind die prächtigen Goldhafer-Wiesen selten geworden. Mit der modernen Grünlandnutzung verschwanden viele Pflanzenarten. Fettes, artenarmes Grasland entwickelte sich. Heuwiesen werden heute als Koppelweide genutzt, sind aufgeforstet oder brach gefallen.
Ist die Heugewinnung bald eine historische Nutzform? Heuwirtschaft ist arbeitsaufwendig und stark von der Witterung abhängig. Die Tiere werden zunehmend mit Grassilage, Mais und gekauftem Kraftfutter ernährt.
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