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Vogelsberggarten: Thema Ackerbau (mit Erläuterungstafel)
Im Hohen Vogelsberg hatte der Ackerbau in der Vergangenheit eine viel größere Bedeutung als heute. Damals ernährten sich die Leute auf dem Land weitgehend von dem, was der eigene Grund und Boden hergab. Besonders wichtig war das Getreide, aus dem das tägliche Brot gebacken wurde. In alter Zeit wurde auch viel Buchweizen angebaut. Im 18. Jahrhundert kam die aus Südamerika eingeführte Kartoffel hinzu.

Bild: Vogelsberggarten-Acker: links Dinkel, rechts Kartoffeln.
Im 19. Jahrhundert wurden Roggen, Gerste, Hafer, Lein und Dickwurz aus den Vogelsbergäckern angebaut. Leinen wurde in den Tuchmachereien von Alsfeld, Lauterbach, Schlitz und Schotten verarbeitet.

Bild: Vogelsberggarten-Acker: Am Rand Rotkohl und Sonnenblumen.
Fruchtfolgen, Brachephasen und Stallmistdüngung verhinderten eine Erschöpfung des Bodens. - Vor der Einführung von Kunstdünger gab es nur Stallmist für die Düngung der Felder. Bei der Feldgraswirtschaft blieb das Feld nach zwei bis drei Jahren Ackerbau mehrere Jahre unbestellt. Bevor es erneut umgebrochen wurde, wurde es gemährt oder beweidet. Im 18. Jahrhundert folgte die Mehrfelderwirtschaft. Dabei wurde im ersten Jahr Wintergetreide und im zweiten Jahr Sommergetreide angebaut. Je nach Bodengüte schlossen sich Sommergetreide, Kartoffeln, Buchweizen, Lein oder eine Bracheperiode an.

Bild: Kartoffelernte im Vogelsberggarten.
Die Feldarbeit war beschwerlich. Statt Traktoren wurden bis zu vier Kühe vor den Pflug gespannt. Nur wohlhabende Bauern hatten Zugochsen oder Pferde. Das Korn wurde mit der Sense geerntet, zum Trocknen auf dem Boden ausgebreitet oder in Garben gebunden und zu Hocken zusammen gestellt bevor es eingefahren wurde. In den letzten Jahren hat die Ackerfläche im Hohen Vogelsberg stark abgenommen. Bei dem kühl-feuchten Klima ist Grünlandnutzung wirtschaftlicher.

Bild: Nach der Kartoffelernte.
Der Acker im Vogelsbergarten ist zweigeteilt: Auf einer Hälfte werden jeweils Kartoffeln angebaut, auf der anderen Getreide, wobei dort, wo im Vorjahr Getreide gezogen wurde, im nächsten Jahr Kartoffeln gesteckt werden. Im Jahr 2003 begann man mit der Aussaat von Hafer, 2004 folgte Dinkel und 2005 Lein (Flachs). Im Jahr 2006 wird Buchweizen ausgesät. Am äußeren Rand des Kartoffelackers zieht man auch heimisches Gemüse - Rotkraut, Weißkraut, etc. - und ein paar Blumen.
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