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Türkenbundlilie, die Wappenblume des Vogelsbergs.

Bild: Türkenbundlilie - Lilium martagon.
Die Türkenbundlilie zeigt in der Blütezeit je Stengel bis zu zwölf nickende Blüten in lockerer Traube, in Ausnahmefällen sogar mehr als 30. Die Hüllenblätter der Blüten sind fleischfarben bis rötlich, haben dunkle Flecken und sind nach oben gerollt wie ein Turban - im Mittelalter Türkenbund genannt - daher der Name der Pflanze. Sie gehört zu den Liliengewächsen (Lilium mártagon) und wächst zerstreut in Buchenwäldern, Bergmischwäldern und auf Gebirgswiesen bis zu einer Höhe von 2.500 Metern - in Deutschland eigentlich nur im Süden.
Zwei Besonderheiten der Pflanze sollen noch erwähnt werden: Kein Blütenblatt gleicht dem anderen. Zwar ist die Fleckung der Blütenblätter erblich, nicht aber das Muster. Dieses entsteht durch durch Bildung schwerlöslicher Farbstoffverbindungen in nebeneinander liegenden Zellen nach dem Prinzip, wie sich Eisblumen am Fenster bilden. - Und, die goldgelbe, eiförmige Zwiebel reguliert sich mit Hilfe von Zungenwurzeln immer auf eine bestimmte Tiefe im Boden ein. Warum erwähnen wir dieser Pflanze auf einer extra Seite? Einmal: Sie ist sehr selten und blüht in den Monaten Juli und August noch an wenigen Stellen im Vogelsberg. Zum anderen: Sie ist die Vogelsberger Wappenblume - mit zwei stilisierten Blüten in das Wappen des Vogelsbergkreises eingefügt.
Vergleiche hierzu: Müncker, Wildblumen - Mailand 1996
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