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Hecken und Gebüsche
Hecken sind typische Elemente der traditionellen Kulturlandschaft des Vogelsberges. Sie haben sich vornehmlich auf Wällen von Lesesteinen spontan eingestellt, die in der Vergangenheit von den Äckern abgesammelt wurden. Außerdem sind Hecken an Wegrändern, Parzellengrenzen und Gräben aufgewachsen und bilden Waldmäntel. Flächenhafte Gebüsche aus denselben Arten können sich spontan an ungenutzten Plätzen, auf aufgegebenen, brachen Landwirtschaftsflächen und auf wenig gepflegten oder nur schwach genutzten Viehweiden entwickeln.

Bild: Heckenzeilen am Schlossberg.
Bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts durchzogen Hecken im Hohen Vogelsberg als dichtes Netz die offene Kulturlandschaft und zeichneten die kleine Parzellierung der Grundstücke nach, so dass das Gebiet den Charakter einer Heckenlandschaft hatte. Im Rahmen von Flurbereinigungen und mit der Intensivierung der Landwirtschaft sind viele dieser Feldgehölze beseitigt worden, stellenweise wurden später einige Hecken unter landschafts- pflegerischen Gesichtspunkten wieder neu angelegt. Die Hecken wurden traditionell regelmäßig zurückgeschnitten, um ihr Vordringen in die Nutzflächen zu verhindern. Stämme und Äste ihrer Bäume und Sträucher dienten als Feuerholz; sie sind also häufig auf den Stock gesetzt Norden, wodurch die Verjüngung der Gehölze gefördert und der Aufwuchs hoher Bäume verhindert wurde. Neben diesem heute nicht mehr interessanten Nutzen erfüllen die Feldgehölze ökologische Funktionen als Brut-, Flucht- und Nahrungsbiotope für Tiere, sowie als Wind- und Erosionsschutz.
Am Schlossberg sind spontan aufgewachsene Hecken an ihren typischen Wuchsorten auf Lesesteinwällen im Nordwesten des Untersuchungsgebietes (derzeit Rinderweide) vorhanden. Sie stellen dort anschauliche Demonstrationsobjekte für den Vogelsberggarten dar. Am angrenzenden Wäldchen bilden Schlehen-Gebüsche einen gut entwickelten Mantel. Darüber hinaus finden sich häufig kleinere und größere Gebüsche auf den Weideflächen, die sich im Zuge der Sukzession unter Brache oder sehr schwacher Nutzung angesiedelt haben.

Bild: Von Hecken umgrenzte Viehweide am Schlossberg.
Die Hecken und Gebüsche des Schlossberges weisen überwiegend die für montane Lagen des Vogelsberges typische Artenzusammensetzung auf. Häufigste Sträucher sind die stark zur Ausbreitung drängende Schlehe (Schwarzdorn, Prunus spinosa), der Großfrüchtige Weißdorn (Crataegus macrocarpa), der Zweigrifflige Weißdorn (Crataegus laevigata), die montane Sippe der Hunds-Rose (Rosa subcanina), Hasel (Corylus avellana), Gewöhnlicher Schneeball (Viburnum opulus) und Pfaffenhütchen (Evonymus europaeus) sowie verwilderte Zwetschgen (Prunus domestica) und seltener Liguster (Ligustrum vulgare; möglicherweise eingeschleppt und in den kalten Lagen nicht ursprünglich). Auf betont stickstoffreichen Böden tritt der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) auf. Oft finden sich junge Bäume in den Hecken und Gebüschen, namentlich Vogelbeere (Sorbus aucuparia), Sal-Weide (Salix caprea), Hänge-Birke (Betula pendula) und Esche (Fraxinus excelsior). An etlichen Stellen bilden erst in jüngerer Zeit gepflanzte Gehölze Bestandteile der Hecken, beispielsweise Flieder (Syringa vulgaris), Wolliger Schneeball (Viburnum lantana), Schneebeere (Symphoricarpos rivularis), Kartoffel-Rose (Rosa rugosa) oder Kornelkirsche (Corpus mas).
Im Unterwuchs, vor allem aber im Saum der Gebüsche entwickeln sich im Frühjahr Blütenmeere von Geophyten (Lerchensporn, Buschwindröschen), die zu den schönsten Objekten des geplanten Vogelsberggartens zählen.
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